Messenger
WhatsApp und Datenschutz
WhatsApp ist der meistgenutzte Messenger der Welt und gehört seit 2014 zum Meta-Konzern (Facebook, Instagram). Nachrichteninhalte sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Datenschützerinnen und Datenschützer kritisieren aber seit Jahren, wie viele andere Daten anfallen und wie eng WhatsApp mit Meta verbunden ist.
Für Nutzerinnen und Nutzer in der Schweiz und der übrigen «Europäischen Region» ist die WhatsApp Ireland Limited der Anbieter; ausserhalb davon die WhatsApp LLC in den USA.
Kurz gesagt
- WhatsApp sammelt mehr Daten als nur Nachrichteninhalte.
- Metadaten – wer mit wem, wann und wie oft – sind für Profilbildung sehr aussagekräftig.
- Es gibt wiederkehrende Kritik durch Datenschutzexpertinnen, -experten und Behörden.
- Die Einbindung in den Meta-Konzern ist aus Datenschutzsicht problematisch.
Die wichtigsten Kritikpunkte
Metadaten und Datenweitergabe
Auch wenn Nachrichten technisch verschlüsselt sind, fallen viele Metadaten an, zum Beispiel welche Nummern wie oft miteinander kommunizieren, Zeitstempel und IP-Adressen. Diese Daten können innerhalb des Meta-Konzerns verarbeitet werden und ermöglichen Profilbildung.
Adressbuch und Kontakte
WhatsApp gleicht regelmässig das Adressbuch des Telefons ab. Dadurch werden auch Daten von Personen verarbeitet, die WhatsApp selbst gar nicht nutzen und nie zugestimmt haben.
Werbung und Meta-Ökosystem
Ursprünglich war versprochen worden, auf Werbung und Datenverknüpfung zu verzichten. Inzwischen zeigt WhatsApp im Bereich «Aktuelles» (Status und Kanäle) Werbung an; private Chats bleiben gemäss Anbieter werbefrei. Die Datenschutzorganisation noyb kritisiert diese Entwicklung.
Kritik von Fachleuten
Die Mozilla Foundation weist in ihrer Datenschutzbewertung auf Fallstricke wegen der Datenverarbeitung im Meta-Ökosystem hin. Ein ehemaliger Sicherheitschef von WhatsApp hat gegen Meta geklagt, weil Sicherheits- und Datenschutzbedenken nicht ausreichend adressiert worden seien.
Warum viele WhatsApp trotzdem nutzen
- Verbreitung: Fast alle Kontakte sind erreichbar – oft der praktischste Weg, mit Familie, Freunden und Vereinen in Verbindung zu bleiben.
- Funktionen: Text- und Sprachnachrichten, Bilder, Videos, Dokumente, Anrufe und Gruppen in einer App.
- Gewohnheit: Über Jahre gewachsene Kontakte und Gruppen machen einen Wechsel aufwendig.
WhatsApp trotzdem nutzen? So schützen Sie sich besser
Die Bezeichnungen können je nach App-Version und Betriebssystem leicht abweichen.
- Chat-Backup verschlüsseln: Einstellungen → Chats → Chat-Backup → «Ende-zu-Ende-verschlüsseltes Backup» aktivieren. Sonst liegen Backups unverschlüsselt in der Cloud von Google oder Apple.
- Sichtbarkeit einschränken: Einstellungen → Datenschutz → «Zuletzt online», «Profilbild», «Info» und «Status» auf «Meine Kontakte» oder «Niemand» stellen.
- Gruppeneinladungen kontrollieren: Einstellungen → Datenschutz → Gruppen → «Meine Kontakte» – so kann Sie niemand Unbekanntes in Gruppen aufnehmen.
- IP-Adresse bei Anrufen schützen: Einstellungen → Datenschutz → Erweitert → «IP-Adresse in Anrufen schützen».
- Erweiterten Chat-Datenschutz nutzen: In einzelnen Chats und Gruppen lässt sich verhindern, dass Inhalte exportiert oder Medien automatisch gespeichert werden.
- Adressbuch-Zugriff überdenken: Der Zugriff auf Ihre Kontakte lässt sich in den Einstellungen des Telefons entziehen. Dann sehen Sie in WhatsApp keine Namen mehr, geben aber auch die Nummern Ihrer Kontakte nicht weiter.
- Lesebestätigungen und Standort: Lesebestätigungen ausschalten und den Live-Standort nur gezielt und befristet teilen.
Alternativen
Wer wechseln möchte, findet in unserem Messenger-Vergleich eine Übersicht. Datensparsamer gelten insbesondere Threema (Sitz in der Schweiz, ohne Telefonnummer nutzbar) und Signal (gemeinnützig, quelloffen). Telegram ist dagegen standardmässig nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
Ein persönlicher Erfahrungsbericht: Warum ich WhatsApp nicht benutze.
Quellen
- WhatsApp: Datenschutzrichtlinie für die Europäische Region
- heyData: WhatsApp & Datenschutz 2025 – Risiken, DSGVO, Metadaten und Alternativen
- Mozilla Foundation: Datenschutzbewertung WhatsApp
- Heise: Ex-Sicherheitschef von WhatsApp klagt gegen Meta
- noyb: WhatsApp bekommt Werbung
- Ratgeberrecht.eu: Datenschutz bei WhatsApp
- Wikipedia: WhatsApp – Abschnitt Kritik